Ich laufe, also bin ich.
Meine Laufgeschichte beginnt vor vielen Jahren. Damals als Kind habe ich gerne Fußball gespielt. Irgendwann kam der Eintritt in einen Fußball Verein und die ersten Spiele. Ich war ... miserabel. Nach kürzester Zeit im Spiel war ich komplett außer Atem. Meistens wärmte ich die Ersatzbank und zwar völlig zurecht. Bekam ich doch mal bei einem meiner wenigen Einsätze den Ball zugespielt, war ich viel zu beschäftigt, irgendwie am Leben zu bleiben, um mich auf das Zielen konzentrieren zu können.
Das ging ein, vielleicht zwei Jahre so weiter, bis ich schließlich aufgab. Das Studium lockte mich in weite Ferne und an den Schreibtisch. Dort blieb ich für eine sehr lange Zeit und der Sport geriet in die Vergessenheit.
Wir Menschen wissen alle, dass wir einfach nicht dafür gemacht sind, tagein tagaus stundenlang auf einem Stuhl zu hocken. Die Muskeln verkürzen sich, die Gelenke werden steif, der Rücken fängt an, Probleme zu machen und der Blutdruckt steigt langsam aber sicher in kritische Bereiche.
Irgendwann musste auch ich der Wahrheit ins Auge blicken. Ich brauchte dringend Ausdauersport. Also setze ich mir vor etwas mehr als zwei Jahren ein hehres Ziel - der Marathon. Das Problem dabei ist, dass man als Vater von zwei kleinen Kindern kaum Zeit hat, langfristig dafür zu trainieren.
Das Leben ist eben manchmal voller Ironie. Ist man jung und langweilt sich zu tode vor lauter Freizeit, hat man keinen Bock sich zu bewegen. Ist man dann älter und hat überhaupt keine Zeit mehr würde man plötzlich nichts lieber machen als den ganzen Tag zu laufen und ein dutzend andere interessante Hobbies zu starten.
Da ich gerade wieder einen einigermaßen akzeptablen Trainingsrhythmus gefunden habe und es irgendwie schaffe, neben Vollzeitjob und Familienleben noch 30 km pro Woche zu laufen, starte ich jetzt diesen Laufblog. Es wird eine Art öffentliches Lauftagebuch, um meine Ziele und Pläne, Erfolge und Niederlagen festzuhalten.